Vom Flüchtling zum Vorbild: Farhan Abdullahi
Farhan Abdullahi

Farhan Abdullahi war gerade mal 15 Jahre alt, als er aus seinem Heimatland Äthiopien flüchtete und über Italien nach Deutschland floh. Nach einem kurzen Aufenthalt in einer bayerischen Aufnahmestelle kam er im Frühjahr 2016 als unbegleiteter Minderjähriger in eine Jugendwohngruppe der BVIK nach Köthen. „Ich gehörte damals mit zu den ersten UMAs die hier aufgenommen wurden“, erinnert er sich. Seine größte Herausforderung sei damals die Sprache gewesen, aber auch das Wetter und das Essen hier in Deutschland hätten ihm anfangs zu schaffen gemacht. Aber er habe sich relativ schnell eingelebt, nicht nur weil er Landsleute an seiner Seite hatte, sondern vor allem, weil er viel Hilfe und Unterstützung von den BVIK Betreuern bekam, sagt er rückblickend. Er geht zur Schule, als er 18 Jahre alt wird und damit volljährig ist, bekommt er in Aken eine erste eigene Wohnung und beginnt kurz darauf eine Viel Herz für die Kleinsten im “Vogelnest“ Köthen enviaM Spende an BVIK Kleinkinderwohngruppe Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement. Drei Jahre später schließt er diese mit einem Notendurchschnitt von 1,1 ab. Farhan Abdullahi ist ehrgeizig, er bekommt einen Job bei der BVIK, arbeitet in Klepzig und beginnt eine berufsbegleitende Ausbildung zum Erzieher. Deren Abschluss steht kurz bevor. Seit einem Jahr unterstützt er nun das Team in der Jugendwohngruppe in Roßlau, pendelt zwischen seinem Wohnort Köthen und der Schifferstadt. Ist er nicht arbeiten zieht es den heute 25-jährigen auf den Fußballplatz. Er spielt im Team von Merzien. “Seit ich denken kann spiele ich leidenschaftlich Fußball. “Und er hat Pläne. „Zunächst will ich meine Ausbildung abschließen, dann vielleicht noch studieren. “Er weiß, dass er für viele unbegleitete Minderjährige eine Vorbildfunktion hat. Sie würden ihn schätzen, weil er aus eigenen Erfahrungen sprechen könne.

Seit Februar vergangenen Jahres ist Fahran Abdullahi zudem auch Integrationslotse im Landkreis Anhalt Bitterfeld. Hier hilft anderen Geflüchteten sich im deutschen Behördendschungel zurecht zu finden, Formulare auszufüllen, begleitet sie bei Arztbesuchen, versucht Ihnen Jobs zu vermitteln. Dankbar ist er für die Unterstützung durch BVIK, sei es bei seiner Ausbildung oder auch beim Erwerb des Führerscheins. „Ich bin zufrieden. Man muss immer nach vorne schauen und sich weiterentwickeln und dann auch Verantwortung übernehmen,“ sagt der junge Mann.